Mardermolch

Der Mardermolch mein Weblog. Und ein recht seltenes Viech. Ein völlig zu unrecht von der Öffentlichkeit nicht beachtetes Geschöpf, das ich entdeckte, als es gerade aus einem klaren Bergsee im Jenbachtal kroch und ein Vogelnest ausraubte. Ich werde mich mit aller Kraft für den Mardermolch einsetzen und ihn gründlich erforschen.

Und diese Forschung dauert nun schon seit Oktober 2005 an. Im Prinzip schreibe ich tagebuchartig über mein Leben, zumindest jene Teile, die ich für berichtenswert und veröffentlichenbar halte. Das Blog ist die Schnittstelle zu all meinen Projekten, hier kommt alles zusammen und schließt sich in einem recht krudem Kreis.

Neben Anekdoten rund um Bad Feilnbach und dessen Tellerrand gebe ich auch immer wieder Kurzgeschichten zum Besten und rede mir ein, das als Aufwärmtraining für mein erstes Buch zu nutzen. Wenn das erscheint, gebe ich es als erstes im Mardermolch bekannt.

Leseproben

Am vierten Tag war der Himmel nicht mehr blau, sondern hatte trotz des schönen Wetters einen grünlichen Stich angenommen. Er verlief ein ums andere Mal mit dem Horizont, was mir die Orientierung ordentlich erschwerte, also reckte ich die Faust zum Himmel und rief: „Heda Himmel, reiss’ Dich zusammen sonst setzt’s was!“ Da wechselte der Himmel schlagartig seine Farbe in ein dunkles Blau, blass-rote Blitze zerfetzten die Wolken und deren Blut übergoss mich bis es mir ganz unangenehm feucht im Schritt wurde. Ich suchte eine kleine Höhle auf, in der es sich bereits eine pelzige und mannsgroße zehnbeinige Spinne namens Bo-Sulin gemütlich gemacht hatte, mit der ich ein Tässchen Tee mit Zwieback zu mir nahm.

Auszug aus Wundersame Geschichten aus dem Reich der Mitte, Teil 3: Wie ich einmal fünf Tage am Stück wachgeblieben bin.

Am Ende ist es dann aber doch meist ein egoistischer Akt, dieses Schreiben. Auf der Suche nach meinem persönlichen Sinn und Platz im Universum zeichne ich auf, was ich für berichtenswert halte, veröffentliche es im Internet, weil ich mir Ansehen und Bestätigung erhoffe, freue mich über jeden Dialog und ertrage stoisch, wenn dieser nicht stattfindet.
Und wenn ich durch meine Archive streune, lese ich darin wie in einer Chronik meiner Gedanken, dem Auf und ab, der Entwicklung, der Erinnerung. Und finde es großartig. Und beängstigend. Weil es öffentlich ist. Ohne Öffentlichkeit aber nicht existieren würde.

Auszug aus: Das lächerliche Schwanen-Prinzip